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Zur Geschichte der
Muschelgrotte im Neuen Garten
Am 5. September 1791 teilte Oberhofbaurat
Andreas Ludwig Krüger in einem Brief mit, König
Friedrich Wilhelm II. habe ihm befohlen, eine
Grotte zu bauen. Wie es dem Zeitgeschmack entsprach, sollten
künstliche Grotten "... in Ihrer ganzen äußerlichen
Anordnung nicht die mindeste Kunst verrathen, sondern ein
rohes Werk der Natur zu seyn scheinen ...," (Krünitz,
Oekonomisch - technologische Encyklopädie, 20. Teil,
2. Auflage 1789, S. 147) nach Außen eher unauffällig
wirken. So wurde die Grotte in einen künstlich aufgeschütteten
Hügel hinein gebaut. Der Hügel selbst diente als
Aussichtsterrasse mit Ausblich auf die weiten Wasserflächen. |
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Ursprünglich diente die Muschelgrotte als kühler,
versteckter Aufenthaltsort an warmen Sommertagen.
Der Zugang von der Ostseite führte zunächst
durch einen sich perspektivisch verengenen Gang, an
dessen Ende dann das erste Kabinett umso spektakulärer
wirkte. Die Wände des zentralen Saals und der
Kabinette schmückten große Spiegel ,farbiges
Glas, verschiedenartige Steine, Mineralien, Kristalle
sowie echte Muscheln und Muschelimitationen.
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Plan von 1876 |
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Die Muschelgrotte war
überraschend schnell - und das für sehr
lange Zeit - in Vergessenheit geraten. Bereits während
der Regierungszeit von Friedrich Wilhelm III. wurde
sie vernachlässigt. 1863 heißt es schlicht:
"Von allen Partien der Königlichen Gärten
in Potsdam ist wohl diese Grotte am wenigsten bekannt
und besucht".
Durch Ihren Standort an der Havel, dem ehemaligen
"Grenzfluß" nach der Teilung Deutschlands
zwischen West-Berlin und Potsdam, lag dieses Baudenkmal
schließlich im Grenzstreifen un war dem Verfall
preisgegeben. Seit der Wiedervereinigung 1990 konnte
durch Erneuerung der Dachkonstruktion der weitere
Verfall gestoppt werden. |
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Das östliche Kabinett |
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